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UGC für B2B: 9 seriöse Video-Formate ohne Lifestyle

UGC VZ Team
8. Januar 2026
17 Min. Lesezeit
UGC für B2B: 9 seriöse Video-Formate ohne Lifestyle

UGC für B2B: 9 seriöse Video-Formate ohne Lifestyle

Dienstag, 14:30 Uhr: Die dritte Anfrage des Tages zu Ihrer komplexen SaaS-Lösung landet im Support. Es ist immer die gleiche Frage – eine, die Sie in Ihren perfekt produzierten Erklärvideos doch längst beantwortet haben. Die Kunden schauen sie nur nicht an. Warum? Weil sie den hochglanzpolierten, generischen Ton nicht ernst nehmen. Sie vertrauen eher einem kurzen Clip von einem Kollegen, der das gleiche Problem schon gelöst hat.

User-Generated-Content (UGC), also von Nutzern erstellte Inhalte, ist im B2B-Bereich längst kein Nischenthema mehr, sondern eine strategische Notwendigkeit. Laut einer aktuellen Forrester-Studie (2024) sind B2B-Käufer vor einer Kaufentscheidung 7x häufiger mit Inhalten von anderen Nutzern konfrontiert als mit reinen Marketingmaterialien. Doch viele B2B-Marketer scheitern daran, dass sie die falschen Formate aus dem B2C-Bereich kopieren: übertrieben emotional, auf Lifestyle getrimmt und substanzarm.

Dieser Artikel zeigt Ihnen neun konkrete, praxiserprobte Video-Formate für B2B-UGC, die ohne oberflächlichen Lifestyle auskommen. Sie bauen stattdessen auf Fachwissen, Authentizität und konkreten Nutzen. Morgen früh haben Sie eine klare Liste an Formaten, mit denen Sie direkt einen Ihrer besten Kunden kontaktieren können – und ein Drehbuch für das erste, ehrliche Video in der Hinterhand.

Warum klassischer B2C-UGC im B2B scheitert

Ein Marketingleiter eines Maschinenbauunternehmens aus Stuttgart versuchte es zunächst mit dem, was alle machten: Er bat seine Kunden, mit dem Smartphone in der Fabrikhalle zu filmen und zu erzählen, wie ‚toll‘ die Maschine sei. Das Ergebnis? Zögerliche Kunden, steife Darsteller und Videos, die nach Pflichtübung aussahen. Es scheiterte, weil der Ansatz falsch war. Die Kunden fühlten sich nicht als Schauspieler, sondern als Ingenieure.

B2B-Entscheidungen werden selten aus einem Impuls heraus getroffen. Sie sind das Ergebnis von sorgfältiger Evaluation, internen Diskussionen und Risikoabwägungen. Die Inhalte, die diesen Prozess beeinflussen, müssen daher anders ticken. Sie müssen Fachkompetenz vermitteln, reale Herausforderungen adressieren und die berühmte ‚Purchase Confidence‘ aufbauen. Ein hyper-enthusiastisches ‚Unboxing‘-Video einer Software ist hier fehl am Platz; ein nüchternes Video, das zeigt, wie ein Controller mit Ihrer Lösung seinen monatlichen Reporting-Aufwand von zwei Tagen auf drei Stunden reduziert hat, ist Gold wert.

Authentizität im B2B bedeutet nicht Unperfektion, sondern glaubwürdige Fachlichkeit. Der Kunde ist der Experte, nicht der Entertainer.

Die Kosten des Stillstands sind hoch. Jede Woche, in der Sie auf hochproduzierte, aber wenig greifbare Imagevideos setzen und die kraftvollen Stimmen Ihrer Kunden ungenutzt lassen, verschenken Sie Vertrauenskapital. Über fünf Jahre gerechnet kann dieser Mangel an sozialem Beweis zu längeren Sales-Zyklen, niedrigeren Conversion Rates und einem stetigen Kampf gegen den generischen Wettbewerb führen.

Der Paradigmenwechsel: Vom Broadcaster zum Moderator

Ihre Aufgabe verschiebt sich. Sie sind nicht länger der alleinige Produzent von Botschaften, sondern der Moderator und Kurator von Erfahrungen Dritter. Diese Rolle erfordert eine andere Art der Vorbereitung: Sie definieren den Rahmen, stellen die richtigen Fragen und sorgen dafür, dass der Inhalt für Ihr Publikum relevant und konsumierbar ist – ohne die Authentizität zu zerstören.

Die Datenlage: Warum UGC im B2B wirkt

Laut Gartner (2024) werden bis 2026 80% der B2B-Verkaufsinteraktionen zwischen Unternehmen und Kunden in digitalen Kanälen stattfinden. In dieser digitalen Landschaft sind peer-basierte Bewertungen und Erfahrungsberichte die neue Währung. Eine Studie von TrustRadius zeigt, dass 88% der B2B-Tech-Käufer Nutzerbewertungen und Case Studies als ‚extrem‘ oder ’sehr‘ wichtig für ihre Entscheidung einstufen – deutlich höher als allgemeine Marketing-Broschüren.

Format 1: Das mikro-spezifische „Wie-macht-das-Video“

Dies ist das Arbeitspferd des B2B-UGC. Statt ein gesamtes Produkt zu erklären, zoomt es auf eine einzige, konkrete Funktion oder ein Problem. Ein Anwender aus dem Finanzbereich filmt seinen Bildschirm und zeigt in 90 Sekunden, wie er mit Ihrer Software eine spezifische Compliance-Prüfung automatisiert, die ihm bisher Stunden kostete.

Öffnen Sie jetzt Ihr CRM und identifizieren Sie die drei häufigsten Support-Anfragen der letzten drei Monate. Notieren Sie diese. Das sind Ihre Top-Kandidaten für das erste „Wie-macht-das-Video“. Suchen Sie nun einen Kunden, der genau dieses Problem elegant gelöst hat. Der Schritt ist so konkret, dass Sie ihn heute noch gehen können.

So setzen Sie es um

Stellen Sie dem Kunden ein einfaches Drehbuch zur Verfügung: 1. Kurze Vorstellung & Problembeschreibung (10 Sek.), 2. Gezeigter Lösungsweg (60 Sek.), 3. Konkreter Nutzen („Das spart mir pro Woche X Stunden“) (20 Sek.). Tools wie Loom oder Vimeo Record machen die Aufnahme und Weitergabe kinderleicht. Der Kunde muss kein Video-Profi sein.

Der psychologische Effekt

Es beantwortet die unausgesprochene Frage eines Prospects: „Kann dieses Tool auch MEIN spezielles Problem lösen?“ Es überspringt die abstrakte Werbeebene und geht direkt in die Anwendung. Das schafft sofortige Relevanz.

Format 2: Die ungeschminkte Case-Study-Visite

Vergessen Sie die teuren Imagefilme mit Drohnenaufnahmen. Diese Variante der Case Study ist ein geführtes Interview, gefilmt mit dem Smartphone des Kunden oder per Webcam. Ein Geschäftsführer oder Projektleiter führt Sie durch seine Räumlichkeiten – sei es ein Labor, eine Lagerhalle oder ein Büro – und erklärt punktgenau, welche Veränderung Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung bewirkt hat.

„Die Kamera zittert, das Licht ist nicht perfekt, aber die Begeisterung in den Augen unseres Kunden, als er den alten und neuen Workflow vergleicht, ist unbezahlbar. Das kauft keine Agentur.“ – Ein B2B-Marketer aus der Logistikbranche.

Die Magie liegt in den Details im Hintergrund: das Whiteboard mit den kritischen KPIs, das Team, das im Hintergrund mit der Lösung arbeitet. Diese visuellen Beweise sind kraftvoller als jede claims.

Vorbereitung ist alles

Schicken Sie dem Kunden vorab 4-5 offene Fragen, die auf Ergebnisse abzielen („Was war der entscheidende Moment, an dem Sie wussten, dass die Investition sich gelohnt hat?“). Bieten Sie an, das Interview per Videokonferenz aufzuzeichnen (mit Einverständnis), um die Hürde weiter zu senken. Schneiden Sie später nur die wichtigsten Stellen.

Format 3: Das Expert Panel Light (Remote)

Sie bringen zwei oder drei Ihrer Kunden aus ähnlichen oder komplementären Branchen in einem virtuellen Roundtable zusammen. Die Themen sind keine Verkaufsgespräche, sondern fachliche Herausforderungen ihrer Industrie. Wie bewältigen sie Lieferkettenprobleme? Wie gehen sie mit Fachkräftemangel um? Ihre Lösung wird dabei als ein mögliches Tool im Werkzeugkasten thematisiert.

Laut einer Harvard Business Review Analyse (2023) schätzen B2B-Entscheider solche peer-to-peer Diskussionsformate besonders, da sie nicht nur ein Produkt, sondern ein ganzes Ökosystem und Denkweisen kennenlernen. Es positioniert Ihr Unternehmen als Vernetzer und Thought Leader.

Umsetzungstipp

Halten Sie die Runde klein (max. 3 Gäste + Moderator), damit eine echte Diskussion entsteht. Zeichnen Sie das Gespräch mit Tools wie Riverside.fm oder Zoom in separaten Spuren auf, um eine gute Tonqualität zu gewährleisten. Schneiden Sie daraus nicht nur ein langes Video, sondern mehrere 2-3-minütige Clips mit den spannendsten Erkenntnissen.

Format 4: Das „Before & After“-Data-Video

Dieses Format nutzt die Macht von Zahlen, präsentiert vom Anwender. Ein Kunde zeigt kurz seine alte, vielleicht manuelle oder ineffiziente Prozesslandschaft (z.B. einen Screenshot eines überfüllten Excel-Sheets, ein Foto eines unübersichtlichen physischen Boards). Dann schaltet er um und zeigt das Dashboard, den automatisierten Report oder die übersichtliche Ansicht, die Ihre Lösung gebracht hat.

Der Schlüssel liegt in der verbalen Interpretation der Daten durch den Kunden: „Früher habe ich jeden Montagmorgen zwei Stunden gebraucht, um diese Zahlen manuell zusammenzutragen. Jetzt habe ich sie mit einem Klick – und kann meine Zeit stattdessen in die Analyse investieren.“ Es übersetzt abstrakte Leistungsmerkmale in greifbare Zeit- und Kosteneinsparungen.

Video-Format Primäres Ziel Ideale Länge Schwierigkeitsgrad für Kunden
Wie-macht-das-Video Adoption & Support-Entlastung 60-90 Sek. Niedrig
Case-Study-Visite Lead-Generierung & Vertrauen 3-5 Min. Mittel
Expert Panel Light Brand Building & Awareness 15-25 Min. (geschnitten) Mittel
Before & After Data Sales Enablement & Consideration 90-120 Sek. Niedrig

Format 5: Das „Frage-an-einen-Experten“-Interview

Hier nutzen Sie nicht den Endkunden, sondern einen technischen Anwender oder Admin bei Ihrem Kunden. Dieser beantwortet in kurzen, einzeln schneidbaren Clips die häufigsten technischen oder implementierungsbezogenen Fragen, die bei Prospects auftauchen. „Wie aufwändig war die Integration in Ihr bestehendes System?“ „Welche Ressourcen brauchten Sie intern?“

Diese Inhalte sind extrem wertvoll für Prospects in der späteren Consideration-Phase. Sie reduzieren das wahrgenommene Risiko einer Implementierung. Laut einer IDC-Studie (2023) ist die Sorge vor komplexen Integrationen einer der drei Hauptgründe für abgebrochene B2B-Kaufprozesse.

Produktion als Serie denken

Planen Sie eine Mini-Serie von 5-7 Fragen. Nehmen Sie die Antworten in einem Rutsch auf (z.B. per Video-Call). So erhalten Sie einen Fundus an Content, den Sie über Wochen verteilt auf LinkedIn, in Email-Kampagnen oder auf einer speziellen FAQ-Seite ausspielen können.

Format 6: Das unboxing & Setup für komplexe Systeme

Ein B2B-Unboxing hat nichts mit überschwänglicher Freude zu tun. Es ist ein nüchterner, dokumentarischer Blick darauf, was ein Kunde nach der Bestellung tatsächlich erhält und wie der Einstieg gelingt. Ein IT-Administrator zeigt den Lieferumfang einer Hardware-Komponente, die Qualität der Dokumentation oder die ersten Schritte im Onboarding-Portal einer Software.

Dieses Format setzt Vertrauen in die gesamte Customer Journey, nicht nur in das Produkt. Es beruhigt die typischen Ängste nach dem Kauf: „Kommt alles an?“ „Finde ich mich zurecht?“ „Ist die Dokumentation gut?“ Es ist der ultimative Beweis für ein kundenfreundliches, durchdachtes Produkt.

Format 7: Der kurze Testimonial-Soundbite (für alle Kanäle)

Nicht jeder Kunde hat Zeit für ein langes Interview. Bitten Sie stattdessen bei einem nächsten Check-in-Call oder einem positiven Feedback-E-Mail um 30 Sekunden. Stellen Sie eine präzise Frage: „Was wäre für Sie heute anders, wenn Sie unsere Lösung nicht hätten?“ oder „Welches Argument hat Sie im Verkaufsgespräch damals letztlich überzeugt?“

Diese kurzen, knackigen Clips sind perfekt für Social-Media-Teaser, als Einblendung auf der Website, in digitalen Ads oder sogar im Signaturbereich der Sales-Mitarbeiter. Sie sind das digitale Äquivalent eines guten Zitats auf einer Broschüre – nur viel dynamischer und greifbarer.

Phase im Kaufprozess Empfohlenes UGC-Format Primäre Plattform Ziel-KPI
Awareness (Problembewusstsein) Expert Panel Light Clips, kurze Problem-Soundbites LinkedIn, YouTube, Paid Social Reichweite, Engagement
Consideration (Lösungssuche) Wie-macht-das-Video, Before & After Data, Frage-an-Experten Website (Produktseiten), Email-Nurturing Time on Page, Video Views, Lead-Gen
Decision (Entscheidung) Ausführliche Case-Study-Visite, Setup-Video, längere Experten-Interviews Personalisiertes Sales-Kit, Deal-spezifische Landingpage Sales-Zyklus-Länge, Conversion Rate
Post-Purchase (Onboarding) Wie-macht-das-Video (fortgeschritten), Setup-Video Help Center, Kundenportal, Willkommens-Email Adoption Rate, Support-Ticket-Reduktion

Format 8: Das „Wir-verwenden-es-so“-Team-Video

Hier geben Sie Einblick in ein ganzes Team beim Einsatz Ihrer Lösung. Kurze Statements verschiedener Rollen (Manager, Praktiker, IT) zeigen, wie das Produkt in den Arbeitsalltag unterschiedlicher Abteilungen integriert ist. Das Video demonstriert die breite Akzeptanz und den echten Mehrwert über eine Einzelperson hinaus.

Es adressiert eine zentrale B2B-Realität: Kaufentscheidungen werden von Gremien getroffen, und jede Rolle hat andere Bedenken. Der CFO sieht die Effizienz, der Teamleiter die bessere Übersicht, der Mitarbeiter die Entlastung von Routinearbeiten. Ein solches Video spricht alle diese Persönlichkeiten gleichzeitig an.

Format 9: Das Reaktion-Video auf Branchen-News

Laden Sie einen Kunden ein, kurzfristig auf eine aktuelle Branchenentwicklung, eine neue Regulierung oder eine Marktstudie zu reagieren – und dabei zu erwähnen, wie Ihre Lösung ihm hilft, mit dieser Veränderung umzugehen. Das Format ist schnell, relevant und positioniert Ihren Kunden (und indirekt Sie) als agilen und informierten Marktteilnehmer.

Der beste Zeitpunkt, einen Kunden für UGC zu gewinnen, ist direkt nach einem messbaren Erfolg. Fragen Sie nicht einfach irgendwann. Fragen Sie, wenn der ROI für ihn gerade sichtbar geworden ist.

Ein Beispiel: Eine neue ESG-Berichtspflicht wird verkündet. Ihr Kunde aus der produzierenden Industrie erklärt in einem 60-Sekunden-Video, welche Daten er nun erfassen muss und wie Ihr System ihm dabei hilft, diese automatisch aus den Produktionsdaten zu generieren. Das ist hochaktueller, kontextueller Content mit direktem Bezug zu Ihrem Nutzen.

Schaffen Sie einen systematischen Prozess

Der Erfolg von B2B-UGC lebt nicht von einmaligen Aktionen, sondern von einer systematischen Einbettung in Ihre Marketing- und Customer-Success-Prozesse. Identifizieren Sie die idealen Kundenprofile (z.B. solche mit hoher Adoption, messbarem Erfolg, kommunikativen Ansprechpartnern). Trainieren Sie Ihr Sales- und Customer-Success-Team, auf Erfolgsgeschichten zu achten und diese weiterzuleiten. Entwickeln Sie eine einfache „Toolbox“ mit Drehbuchvorlagen, technischen Tipps und rechtlichen Freigabeformularen.

Die Rolle von Qualität und Bearbeitung

Authentisch bedeutet nicht unprofessionell. Auch UGC-Videos profitieren von einer Grundbearbeitung: Ein konsistenter Intro/Outro-Screen mit Logo, das Entfernen von langen Pausen oder „Ähs“, das Hinzufügen von Untertiteln (für Sound-off-Konsum auf Social Media) und eventuell das Einblenden von Text-Overlays mit Kernaussagen oder Daten. Diese Schritte erhöhen die Wirkung, ohne die Authentizität zu töten. Es geht um Respekt vor der Zeit des Zuschauers.

Messung und Optimierung: Überprüfen Sie, was funktioniert

Setzen Sie nicht nur auf Intuition. Messen Sie den Erfolg Ihrer UGC-Videos anhand von Geschäftskennzahlen. Welches Format führt zu den längsten View-Durations auf Ihrer Website? Welche Videos werden am häufigsten vom Sales-Team im direkten Kundenkontakt geteilt? Führen A/B-Tests auf Landing Pages durch: Erhöht eine Seite mit Kunden-UGC-Video die Conversion Rate gegenüber einer Seite ohne?

Laut Daten von Vidyard (2023) generieren Landingpages mit eingebetteten Video-Content eine bis zu 80% höhere Conversion Rate als solche ohne. Stellen Sie sicher, dass Sie diesen Effekt für Ihre UGC-Inhalte nutzbar machen. Tracken Sie mit UTM-Parametern, welcher Traffic und welche Leads von welchen Videos stammen.

Rechtliche und ethische Leitplanken

Holten Sie stets eine schriftliche Einverständniserklärung ein, die klar die Nutzungsrechte, -kanäle und -zeiträume regelt. Respektieren Sie Wünsche nach Anonymität oder nach Abändern bestimmter Aussagen. Authentizität ist wichtig, aber sie darf nicht auf Kosten der Privatsphäre oder der Geschäftsgeheimnisse Ihrer Kunden gehen. Transparenz im Prozess schützt alle Beteiligten und fördert eine langfristige, vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Der nächste Schritt: Ihr Aktionsplan für morgen

Sie müssen jetzt keine komplette UGC-Strategie aus dem Boden stampfen. Beginnen Sie mit einem einzigen, kleinen Schritt. Wählen Sie aus den neun Formaten dasjenige aus, das Ihnen am einfachsten erscheint – wahrscheinlich das „Wie-macht-das-Video“ oder der kurze „Soundbite“. Öffnen Sie Ihre Kundenliste und identifizieren Sie einen Kunden, mit dem Sie ein ausgezeichnetes Verhältnis haben und der kürzlich einen Erfolg gemeldet hat. Skizzieren Sie in drei Sätzen, was Sie ihn fragen oder zeigen lassen möchten. Dann kontaktieren Sie ihn – nicht mit einer vagen Bitte, sondern mit diesem konkreten, minimalen Vorschlag. Der Rest ist der Beginn einer neuen, authentischeren Art, Ihre Geschichte zu erzählen – durch die Stimmen derer, die den wahren Wert bereits erfahren.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der größte Fehler beim B2B-UGC?

Der größte Fehler ist, Lifestyle-Ästhetik vom B2C zu kopieren. B2B-Entscheider suchen fachliche Substanz, nicht Unterhaltung. Laut einer Gartner-Studie (2024) sind 72% der B2B-Käufer genervt von Marketingvideos, die zu sehr auf Produkt-Hype und zu wenig auf konkrete Problemlösung setzen. Erfolgreiches B2B-UGC beantwortet spezifische Fragen, zeigt reale Anwendungen und beweist Kompetenz durch die Nutzer selbst.

Welches Budget brauche ich für B2B-UGC-Videos?

Das Budget kann deutlich niedriger ausfallen als für hochproduzierte Imagefilme. Der Fokus liegt auf Authentizität, nicht auf Perfektion. Viele der effektivsten Formate lassen sich mit einem guten Smartphone, einem Stativ und einfachem Schnittprogramm umsetzen. Die eigentliche Investition ist die strategische Planung, die Ansprache der richtigen Kunden und die Moderation des Prozesses, nicht die teure Produktion.

Wie motiviere ich Kunden, für mich ein Video zu erstellen?

Machen Sie es extrem einfach und wertschätzend. Bieten Sie klare, kurze Drehbücher oder Fragenkataloge an. Zeigen Sie den Mehrwert für den Kunden auf, z.B. durch erhöhte Sichtbarkeit als Experte in seiner Branche. Kleine Incentives wie eine professionelle Version des Videos für die eigene Website oder ein exklusives Experten-Interview können helfen. Wichtig: Fragen Sie nicht einfach, sondern schlagen Sie ein spezifisches, für den Kunden relevantes Format vor.

Messen Sie den ROI von B2B-UGC-Videos?

Ja, der ROI lässt sich über mehrere Kennzahlen tracken. Neben klassischen Video-Metriken wie Views und Engagement sind vor allem Lead-Generierung und Sales-Zyklus entscheidend. Platzieren Sie die Videos auf Landing Pages und messen Sie die Konversionsrate. Nutzen Sie UTM-Parameter, um den Traffic und die daraus resultierenden Opportunities zu verfolgen. Befragen Sie Ihr Sales-Team, ob und wie die Videos im Verkaufsgespräch verwendet werden konnten.

Eignen sich B2B-UGC-Videos auch für komplexe Produkte?

Gerade für komplexe Produkte sind sie wertvoll. Ein technischer Anwender kann in einem ‚Wie-macht-das-Video‘ einen spezifischen Use Case erklären, den ein Marketingsprecher vielleicht nicht kennt. Das schafft unglaubliche Glaubwürdigkeit. Laut einer IDC-Studie (2023) geben 85% der Käufer von Enterprise-Software an, dass Demo-Videos von Gleichgesinnten ihre Kaufentscheidung maßgeblich beeinflussen. Komplexität wird durch praktische Anwendung verdaulich gemacht.

Wie lange sollten B2B-UGC-Videos sein?

Die Länge folgt dem Inhalt. Für ein schnelles Problem-Lösungs-Format sind 60-90 Sekunden ideal. Ausführliche Tutorials oder Case-Study-Interviews können 3-5 Minuten umfassen. Entscheidend ist der Informationsgehalt. Schneiden Sie lange Einleitungen oder Pausen weg. Die Aufmerksamkeitsspanne in B2B-Kontexten ist oft höher als im B2C, solange der Inhalt relevant ist. Testen Sie die durchschnittliche View Duration in Ihren Analytics.

Wo platziere ich B2B-UGC-Videos am besten?

Integrieren Sie die Videos in den gesamten Buyer’s Journey. Nutzen Sie kurze Social Proof Clips auf LinkedIn oder in Paid Ads zur Awareness. Platzieren Sie ausführliche Tutorials und Case Studies auf Produktseiten, in Help Centers oder in automatisierten Email-Kampagnen zur Consideration. Im Sales-Prozess können individuelle Erfahrungsberichte als Deal-Closer dienen. Die Website bleibt der zentrale Hub, aber verteilen Sie die Inhalte strategisch.

Brauche ich eine rechtliche Einwilligung für UGC-Videos?

Unbedingt. Holen Sie für jedes Video eine schriftliche Einverständniserklärung (Release Form) ein. Diese sollte die Nutzungsrechte für definierte Kanäle und Zeiträume klar regeln, die Person namentlich nennen dürfen und das Unternehmen des Kunden zeigen erlauben. Klären Sie auch Datenschutzaspekte (DSGVO). Ein standardisierter Prozess mit Vorlagen schützt Sie und Ihre Kunden und macht die Zusammenarbeit professionell.


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