UGC Creator Plattformen: Die beste Wahl für Ihre Nische

UGC Creator Plattformen: Die beste Wahl für Ihre Nische
Dienstag, 10:30 Uhr: Das dritte Mal in diesem Monat lehnt ein bezahlter Influencer mit 500.000 Followern Ihr Produkt ab. Der Grund? Es passt nicht zum ‚ästhetischen Feed‘. Gleichzeitig meldet sich der Social Media Manager: Die organischen Postings Ihrer Kunden auf TikTok generieren mehr Conversions als die teure Studio-Produktion. Die Diskrepanz ist offensichtlich, aber der Weg zu skalierbarem, authentischem Content war bisher unklar.
User Generated Content (UGC), also von Nutzern erstellte Inhalte, ist keine neue Idee. Doch die Art, wie Marken heute systematisch und in professioneller Qualität darauf zugreifen, hat sich revolutioniert. Spezialisierte UGC Creator Plattformen schließen die Lücke zwischen spontanem Kundencontent und teurer Influencer-Kampagne. Sie verbinden Sie direkt mit einer neuen Art von Creator: talentierte Content-Produzenten, die nicht primär für Reichweite, sondern für Authentizität und kreative Umsetzung bezahlt werden.
Die Wahl der falschen Plattform kann jedoch Zeit und Budget kosten. Dieser Artikel führt Sie durch den Entscheidungsdschungel. Wir analysieren, wie Sie die Plattform finden, die exakt zu Ihrer Nische, Ihren Zielen und Ihrem Workflow passt. Morgen früh könnten Sie bereits Ihr erstes Briefing auf einer Plattform veröffentlichen, die von Creators verstanden wird, die Ihre Zielgruppe wirklich repräsentieren.
Das Wesen moderner UGC Creator Plattformen
Eine UGC Creator Plattform ist mehr als nur eine Datenbank mit Profilen. Es ist ein Ökosystem, das den gesamten Workflow von der Suche über die Zusammenarbeit bis zur Rechteklärung digitalisiert. Im Kern vermittelt sie zwischen Marken, die authentischen Content benötigen, und Creators, die diesen gegen Bezahlung produzieren. Die Plattform stellt die Infrastruktur für Briefing, Kommunikation, Dateitransfer, Vertragsmanagement und Zahlungsabwicklung bereit.
Der entscheidende psychologische Shift: Diese Creators treten nicht als klassische Influencer auf, die ihr eigenes Publikum bedienen. Sie agieren vielmehr als bezahlte, aber glaubwürdige Darsteller oder Testimonials. Ihr Output ist werblicher Content in UGC-Ästhetik – perfekt für bezahlte Werbung auf Social Media, Product-Launch-Seiten oder E-Mail-Marketing. Laut einer Studie von Stackla (2023) glauben 79% der Verbraucher, dass UGC ihren Kaufentscheid stark beeinflusst. Diese Glaubwürdigkeit ist der Treibstoff, den die Plattformen kanalisieren.
Die größte Stärke einer UGC-Plattform liegt nicht in der Vermittlung, sondern in der Standardisierung des Undefinierbaren: der authentischen Story.
Warum ist das für Sie relevant? Weil es die Skalierbarkeit von Authentizität ermöglicht. Statt auf einen viralen Hashtag zu hoffen, beauftragen Sie gezielt mehrere Creators, die unterschiedliche Facetten Ihrer Zielgruppe abbilden. Sie erhalten vorhersehbare Liefertermine, definierte Qualität und rechtlich einwandfreie Assets – ein Paradigmenwechsel für viele Marketing-Abteilungen.
Von der Community zur professionellen Dienstleistung
Die Entwicklung ging von offenen Hashtag-Wettbewerben über manuelle Recherche auf Social Media zu den heutigen professionellen Marktplätzen. Früher mussten Sie Creators mühsam identifizieren, individuell kontaktieren und Verträge aushandeln. Heute filtern Sie auf Plattformen nach Demografie, Stil, vorherigen Markenkooperationen und sogar nach spezifischen Fähigkeiten wie „Stop-Motion“ oder „Voice-Over“.
Diese Professionalisierung schafft Planungssicherheit. Sie wissen vorab, was ein Asset kostet, welche Nutzungsrechte inklusive sind und wann es geliefert wird. Für Creators bietet es ein verlässliches Einkommen und klare Vorgaben. Diese Win-Win-Situation treibt das Wachstum des Sektors voran. Eine Analyse von Influencer Marketing Hub prognostiziert, dass der Markt für bezahlten UGC bis 2027 weiter zweistellig wachsen wird.
Die kritischen Auswahlkriterien im Detail
Die Oberfläche vieler Plattformen wirkt ähnlich. Der Teufel steckt in den Details der Prozesse und der Creator-Community. Ihre Auswahl sollte sich nicht am schicksten Dashboard, sondern an der strategischen Passform orientieren. Welche Fragen müssen Sie stellen, bevor Sie einen Account erstellen?
Zuerst: Wer sind die Creators? Eine Plattform voller professioneller Videografen ist ideal für TV-ähnliche Spots, aber weniger für den rauen, authentischen TikTok-Sound. Fragen Sie nach Demografie-Daten der aktiven Creator-Basis. Gibt es viele Creators in Ihrer spezifischen Zielgruppe (z.B. junge Eltern, Hobby-Handwerker, Gaming-Enthusiasten)? Eine Plattform mit starkem Fokus auf Beauty-Creators wird für einen B2B-Softwareanbieter weniger geeignet sein.
Zweitens: Wie ist der Workflow gestaltet? Können Sie Ihr eigenes Briefing-Template hochladen? Gibt es eine integrierte Review- und Feedback-Funktion, oder landet alles in Ihrer E-Mail-Inbox? Achten Sie auf Automatisierungspotenzial: Lassen sich Approved-Assets direkt in eine Cloud wie Dropbox oder Google Drive exportieren? Je weniger manuelle Schritte, desto skalierbarer wird Ihre Kampagne.
Die Bedeutung der Nutzungsrechte und Compliance
Das vielleicht wichtigste Kriterium ist die rechtliche Absicherung. Eine professionelle Plattform erzwingt die Klärung der Rechte, bevor ein Creator auch nur ein Bild hochlädt.
| Rechtetyp | Was es umfasst | Typische Lizenzdauer auf Plattformen |
|---|---|---|
| Nutzungsrecht | Wo und wie der Content verwendet werden darf (z.B. Social, Web, TV) | Oft 1-2 Jahre, teilweise unbegrenzt |
| Model Release | Einverständnis der abgebildeten Person zur kommerziellen Nutzung | Standard bei bezahlter UGC-Produktion |
| Property Release | Erforderlich, wenn markante private Orte (z.B. ein besonderes Haus) gezeigt werden | Wird bei Bedarf vom Creator eingeholt |
| Musik-Lizenz | Nutzungsrecht für Hintergrundmusik (kritisch für Social Media) | Plattformen bieten oft lizenzfreie Bibliotheken an |
Eine schwache Stelle im Vertragswerk kann teure Abmahnungen nach sich ziehen. Seriöse Plattformen bieten standardisierte, anwaltlich geprüfte Verträge und verwalten die unterschriebenen Dokumente für Sie. Fragen Sie explizit nach diesem Feature.
Kostenstruktur und versteckte Gebühren
Vergleichen Sie nicht nur die offensichtlichen Preise. Manche Plattformen verlangen eine monatliche Mitgliedsgebühr von der Marke. Andere berechnen eine Servicegebühr auf das Creator-Honorar. Wiederum andere sind für Marken kostenlos und finanzieren sich über eine Provision vom Creator. Rechnen Sie ein Beispielprojekt mit allen Kosten durch: Creator-Honorar + Plattformgebühr + mögliche Aufschläge für exklusive Rechte.
Die günstigste Plattform ist oft die teuerste, wenn sie Ihnen Creators liefert, die nicht zu Ihrer Markensprache passen.
Plattform-Typologie: Welches Modell passt zu Ihnen?
Nicht alle Plattformen funktionieren gleich. Grob lassen sie sich in drei Archetypen einteilen, die unterschiedliche Bedürfnisse bedienen. Die Wahl des Typs ist der erste strategische Schritt.
1. Der offene Marktplatz: Diese Plattformen ähneln einem Job-Board. Sie veröffentlichen ein Briefing, und interessierte Creators bewerben sich mit Pitches oder Vorschlägen. Vorteil: Sie erhalten eine große Auswahl an Ideen und Stilen und sehen direkt, wer sich für Ihre Marke begeistert. Nachteil: Der Aufwand für die Sichtung kann hoch sein, und die Qualität der Bewerbungen variiert stark. Ideal für Marken, die frische, unverstellte kreative Inputs suchen und den Review-Aufwand nicht scheuen.
2. Das kuratierte Netzwerk: Hier hat die Plattform bereits eine Vorauswahl getroffen. Sie stellen eine Anfrage, und ein Account-Manager oder Algorithmus schlägt Ihnen passende Creators vor, die Sie dann direkt anfragen können. Vorteil: Hohe Qualitätskontrolle, zeitsparend, oft mit persönlicher Betreuung. Nachteil: Geringere Quantität an Auswahl, möglicherweise höhere Kosten. Perfekt für Unternehmen, die konsistent hochwertige Ergebnisse benötigen und Wert auf einen reibungslosen, betreuten Prozess legen.
3. Die hybride Datenbank: Eine Mischform. Sie können selbst in einer durchsuchbaren Datenbank stöbern und Creators anfragen, gleichzeitig aber auch offene Briefings ausschreiben. Dies bietet maximale Flexibilität. Sie können einen Stamm an bewährten Creators aufbauen und gleichzeitig für neue Projekte frisches Blut finden. Die meisten etablierten Plattformen entwickeln sich in diese Richtung.
| Plattform-Typ | Beste für… | Größte Herausforderung | Kostenimplikation |
|---|---|---|---|
| Offener Marktplatz | Kreative Vielfalt, Budget-Projekte, Entdeckung neuer Talente | Zeitaufwand für Sichtung und Kommunikation | Oft niedrigere Creator-Honorare, ggf. Marken-Abo |
| Kuratiertes Netzwerk | Premium-Qualität, strategische Kampagnen, Zeitersparnis | Begrenzter Creator-Pool, weniger direkter Einfluss auf Auswahl | Höhere Creator-Honorare, Management-Gebühr |
| Hybride Datenbank | Flexibilität, Skalierung, Aufbau langfristiger Creator-Beziehungen | Komplexität der Plattform-Nutzung | Variabel, oft nutzungsabhängig |
Die Nischen-Analyse: Finden Sie Ihre perfekte Match-Matrix
Ihre Branche und Zielgruppe bestimmen, welche Plattform-Eigenschaften Priorität haben. Eine Checkliste allein reicht nicht. Sie müssen die Plattform durch die Linse Ihrer spezifischen Anforderungen betrachten.
Für E-Commerce im Bereich Fashion & Beauty ist die visuelle Ästhetik und Diversität der Creators entscheidend. Sie benötigen eine Plattform mit starken Filteroptionen für Hauttöne, Körpertypen, Altersgruppen und Stilrichtungen (z.B. ‚Minimalistisch‘, ‚Bold‘, ‚Vintage‘). Die Fähigkeit, Produkte schnell an viele Creators zu versenden (oft durch Plattform-Partner gelöst), ist ein Plus. Der Content wird primär für Performance-Marketing auf Instagram und TikTok genutzt – die Plattform sollte also Formate und Spezifikationen für diese Kanäle voraussetzen.
Für B2B- oder Tech-Unternehmen sieht es anders aus. Hier geht es weniger um Lifestyle, sondern um Glaubwürdigkeit und Problem-Lösungs-Darstellung. Sie suchen Creators, die wie echte Nutzer aussehen, aber komplexe Sachverhalte einfach erklären können. Vielleicht sind das Fachleute aus der Branche, die nebenbei contenten. Die Plattform sollte eine Suche nach Berufsbezeichnungen oder Branchenerfahrung ermöglichen. Der Workflow muss Raum für detaillierte Produkt-Einweisungen und Fact-Checking bieten.
Der erste konkrete Schritt: Ihre interne Audit-Checkliste
Bevor Sie Plattformen testen, klären Sie interne Fragen. Diese Tabelle hilft, Ihre Anforderungen zu strukturieren.
| Bereich | Fragen zur Selbsteinschätzung | Konsequenz für die Plattformwahl |
|---|---|---|
| Ziele & KPIs | Wollen wir Conversions steigern, Brand Awareness aufbauen oder konkrete Produktfeatures zeigen? | Bestimmt die gewünschten Content-Formate (Tutorial vs. Lifestyle-Clip). |
| Zielgruppe | Wie genau ist unsere Buyer Persona? Welche Social Media nutzt sie aktiv? | Legt die Demografie-Filter und die bevorzugten Plattformen der Creators fest. |
| Budget & Assets | Wie viele Assets pro Quartal? Welches Budget pro Asset inkl. aller Rechte? | Eingrenzung auf Plattformen mit passenden Preisklassen und Volumenrabatten. |
| Interne Ressourcen | Wie viel Zeit kann ein Teammitglied für Briefing, Review und Kommunikation aufwenden? | Entscheidet zwischen komplett selbstbedienten oder betreuten Plattform-Modellen. |
| Rechtliche Vorgaben | Gibt es branchenspezifische Compliance-Regeln (z.B. für Finanzprodukte, Health)? | Plattform muss vertragliche Anpassungen oder spezielle Creator-Onboardings zulassen. |
Beantworten Sie diese Fragen schriftlich. Sie werden zum Leitfaden für jedes Gespräch mit einem Plattform-Anbieter.
Der Test: Wie Sie Plattformen in der Praxis evaluieren
Sie haben zwei bis drei Plattformen identifiziert, die theoretisch passen. Jetzt geht es in die Praxis. Die meisten Anbieter bieten Demo-Accounts oder Pilot-Projekte an. Nutzen Sie diese Chance, aber gehen Sie strukturiert vor.
Starten Sie mit einem kleinen, realen Projekt, nicht mit einer theoretischen Übung. Wählen Sie ein Produkt oder Thema, für das Sie ohnehin Content benötigen. Das Budget sollte groß genug sein, um ernstgenommen zu werden, aber klein genug, um ein überschaubares Risiko darzustellen (z.B. 3 Assets à 300-500 Euro).
Erstellen Sie auf jeder Plattform das exakt gleiche Briefing. Achten Sie darauf, wie intuitiv das Briefing-Tool ist. Können Sie alle notwendigen Informationen unterbringen? Lassen Sie dann den Prozess laufen. Messen Sie die Zeit, die von der Veröffentlichung des Briefings bis zum Eingang der ersten Bewerbungen oder Vorschläge vergeht. Das ist ein Indikator für die Aktivität der Community.
Bewerten Sie die Creator-Qualität und Kommunikation
Schauen Sie sich die Portfolios der sich bewerbenden oder vorgeschlagenen Creators genau an. Wirken die Personen authentisch? Passen ihre bisherigen Arbeiten ästhetisch zu Ihrer Marke? Testen Sie die Kommunikationswege innerhalb der Plattform. Ist das Feedback-System einfach? Können Sie Änderungswünsche präzise angeben?
Der wahre Test einer Plattform ist nicht die erste Lieferung, sondern die Handhabung des ersten notwendigen Revisionswunsches.
Am Ende vergleichen Sie nicht nur die finalen Videos oder Bilder. Vergleichen Sie den gesamten Experience Score: Wie viel manuelle Arbeit war nötig? Wie transparent war der Prozess? Wie professionell war die Interaktion mit den Creators? Und natürlich: Erfüllt das gelieferte Asset strategisch Ihr Briefing? Oft zeigt sich, dass die Plattform mit dem reibungslosesten Prozess langfristig die größten Einsparungen bringt, auch wenn die Gebühren auf den ersten Blick höher erscheinen.
Integration in Ihre bestehende Marketing-Infrastruktur
Eine UGC-Plattform sollte kein isoliertes Tool sein. Ihr Wert multipliziert sich, wenn sie nahtlos in Ihre bestehenden Systeme eingebettet wird. Überlegen Sie vor der finalen Entscheidung: Wie gelangen die approved Assets dorthin, wo sie gebraucht werden?
Für das Social Media Management ist eine direkte Integration oder ein einfacher Export in Tools wie Hootsuite, Sprout Social oder Later wünschenswert. Können Assets mit Metadaten (Hashtags, Caption-Vorschläge des Creators) exportiert werden? Für die Werbung ist die Kompatibilität mit Ads-Managern von Meta, TikTok oder Google entscheidend. Assets müssen in den richtigen Formaten und Schnittvarianten (Square, Vertical, 16:9) vorliegen.
Die langfristige Asset-Verwaltung ist ein oft übersehener Punkt. Nach einem Jahr haben Sie vielleicht Hunderte Videos und Bilder von verschiedenen Plattformen. Gibt es eine API, um die Assets automatisch in Ihr Digital Asset Management (DAM) System wie Bynder oder Canto zu übertragen? Kann die Plattform als zentrale Bibliothek für alle UGC-Assets dienen, inklusive Suchfunktion nach Produkt, Kampagne oder Creator? Diese Überlegung spart später enorm viel Zeit.
Der Aufbau eines skalierbaren Creator-Pools
Die ultimative Effizienz entsteht, wenn Sie von der Projekt- zur Beziehungslogik wechseln. Nutzen Sie die erste erfolgreiche Kampagne, um einen Pool vertrauenswürdiger Creators aufzubauen. Viele Plattformen erlauben es, Creators als „Favoriten“ zu markieren oder interne Listen anzulegen.
Bei Folgeprojekten können Sie diese Creators dann direkt ansprechen, was die Akquisitionszeit auf nahezu Null reduziert. Diese Creators kennen bereits Ihre Marke, Ihre Erwartungen und Ihre Kommunikationsweise. Die Qualität wird konsistenter, und Sie können tiefergehende, serielle Storytelling-Projekte umsetzen. Die Plattform sollte dieses Relationship-Management aktiv unterstützen, nicht nur durch eine Favoritenliste, sondern vielleicht durch Newsletter-Funktionen oder die Möglichkeit, exklusive Briefings nur für den eigenen Pool zu öffnen.
Fallstudie: Vom Fehlschlag zum skalierbaren System
Ein mittelständischer Outdoor-Ausrüster (Namen geändert) wollte seinen neuen Rucksack launchen. Das Marketing-Team startete zunächst auf einer großen, allgemeinen Influencer-Plattform. Das Ergebnis: Drei Creators mit großen Follower-Zahlen lieferten hochglanzpolierte Wander-Videos, die nach Werbung aussahen. Die Engagement-Raten blieben hinter den Erwartungen zurück, und die Kosten pro Video waren hoch.
Der Wendepunkt kam mit der Analyse: Die authentischen Kommentare und Videos echter Kunden auf Reddit und in Nischen-Foren waren überzeugender. Das Team wechselte zu einer hybriden UGC-Plattform mit Fokus auf Nischen-Communities. Sie suchten gezielt nach Creators, die als „Outdoor-Enthusiasten“ gelistet waren, unabhängig von ihrer Followerzahl.
Das neue Briefing forderte explizit „ungeschönte Alltagsszenen“: den Rucksack im überfüllten Zug, beim schnellen Einkauf, nicht nur auf dem Gipfel. Die zehn ausgewählten Creators lieferten Content, der sich nahtlos in die organische Social-Media-Landschaft einfügte. Die Kampagne übertraf die Conversions der vorherigen Aktion um 140%. Der entscheidende Lernpunkt lautete: „Wir kauften nicht Reichweite, wir kauften Glaubwürdigkeit in einer spezifischen Nische.“ Die Plattform war das Werkzeug, um diese Nischen-Creators effizient zu finden, zu briefen und zu managen.
Die nächsten Schritte: Ihr Aktionsplan
Montag, 8:00 Uhr: Öffnen Sie ein leeres Dokument. Beantworten Sie zuerst die Fragen aus der internen Audit-Checkliste. Definieren Sie ein kleines, pilotfähiges Projekt für das laufende Quartal – vielleicht für ein Produkt, das bereits gut läuft, aber frischen Content braucht.
Dann recherchieren Sie drei Plattformen. Nutzen Sie unabhängige Vergleichsseiten, lesen Sie Case Studies aus Ihrer Branche und buchen Sie Demo-Termine. Stellen Sie in diesen Demos nicht die allgemeinen Features in den Vordergrund, sondern präsentieren Sie Ihr konkretes Pilotprojekt. Fragen Sie: „Wie würden Sie uns bei genau diesem Vorhaben unterstützen?“
Starten Sie innerhalb der nächsten vier Wochen mit dem Pilot. Der einzige Weg, die passende Plattform zu finden, ist der Test unter realen Bedingungen. Die Investition von wenigen tausend Euro und etwas Zeit bietet Ihnen Klarheit. Und diese Klarheit – ob eine Plattform funktioniert oder nicht – ist unbezahlbar. Sie beenden den Zyklus von teuren Experimenten und ermöglichen es, authentischen Content endlich zu skalieren.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Hauptunterschied zwischen einer UGC-Plattform und einem klassischen Influencer-Marketing-Netzwerk?
Klassische Influencer-Netzwerke fokussieren sich oft auf bezahlte Partnerschaften mit Creators, die eine große Reichweite haben. UGC Creator Plattformen hingegen priorisieren Authentizität und kreatives Können über Followerzahlen. Sie verbinden Marken speziell mit Creators, die hochwertigen, werblichen Content produzieren, der wie organischer User Generated Content wirkt. Die Plattformen bieten zudem oft integrierte Workflows für Briefing, Produktion, Rechteklärung und Zahlung.
Wie messe ich den ROI einer UGC-Kampagne, die über eine Plattform läuft?
Der ROI setzt sich aus harten und weichen Metriken zusammen. Tracken Sie direkt zurechenbare Conversions über Tracking-Links und Promo-Codes. Analysieren Sie Engagement-Raten, Click-Through-Rates und die Kosten pro qualitativ hochwertigem Asset im Vergleich zu Studio-Produktionen. Vergessen Sie nicht den langfristigen Wert: Wie oft können Sie die Assets wiederverwenden? Laut einer Nielsen-Studie wird UGC von 85% der Verbraucher als glaubwürdiger eingestuft als Brand Content, was sich indirekt auf die Markenwahrnehmung auswirkt.
Für welche Branchen oder Nischen eignen sich UGC-Plattformen besonders?
UGC-Plattformen sind besonders effektiv für visuelle, alltagsnahe Produkte und Dienstleistungen. Dazu zählen E-Commerce (Mode, Beauty, Heim & Garten), Food & Beverage, Fitness, Gaming, Reise und FinTech. Entscheidend ist die Frage: Können echte Nutzer das Produkt in einer authentischen Alltagssituation zeigen? B2B-Marken nutzen sie zunehmend für Case-Study-Videos oder authentische Employer-Branding-Kampagnen, um Fachkräfte anzusprechen.
Was kostet die Nutzung einer professionellen UGC Creator Plattform?
Die Kostenmodelle variieren. Manche Plattformen arbeiten mit monatlichen oder jährlichen SaaS-Lizenzen für Marken. Andere berechnen eine Projekt- oder Vermittlungsgebühr on top der Creator-Vergütung. Die Creator-Honorare selbst liegen typischerweise zwischen 100 und 1.500 Euro pro Asset, abhängig von Aufwand, Nutzungsrechten und Erfahrung des Creators. Kalkulieren Sie die Gesamtkosten immer im Verhältnis zur Produktionsqualität und den erworbenen Nutzungsrechten.
Wie stelle ich sicher, dass der produzierte Content rechtlich sicher ist?
Professionelle Plattformen bieten standardisierte Vertragsvorlagen, die alle notwendigen Rechte (Nutzungsrechte, Model Releases, Musik-Lizenzen) klar regeln. Achten Sie darauf, dass die Plattform die Einholung dieser Releases verpflichtend macht und dokumentiert. Definieren Sie im Briefing genau den Verwendungszweck (z.B. ‚für Social Media, Website und bezahlte Werbung in DACH für 2 Jahre‘). Lassen Sie sich die unterschriebenen Releases vor Freigabe der Zahlung aushändigen.
Kann ich mit UGC-Plattformen auch langfristige Creator-Beziehungen aufbauen?
Absolut. Viele Plattformen ermöglichen es, favorisierte Creators zu markieren und für Folgeprojekte direkt anzusprechen. Ein solcher Creator-Pool, der Ihre Marke und Produkte bereits kennt, steigert Effizienz und Qualität. Einige Tools bieten Funktionen, um diese Beziehungen zu verwalten. Der Aufbau eines loyalen Netzwerks ist oft wertvoller als die einmalige Zusammenarbeit, da die Authentizität mit jeder Kampagne wächst.
Wie viele Briefing-Informationen muss ich als Marke bereitstellen?
Ein detailliertes, aber kreativ offenes Briefing ist der Schlüssel zum Erfolg. Geben Sie den gewünschten Tonfall (z.B. ‚unaufgeregt und alltäglich‘), die Key Messages, etwaige Pflichtelemente (Produkt, Claim) und klare ‚No-Gos‘ vor. Vermeiden Sie jedoch ein zu strenges Drehbuch. Der Wert von UGC liegt in der individuellen Perspektive des Creators. Stellen Sie das Produkt frühzeitig zur Verfügung und teilen Sie Beispiele für Stile, die Sie ansprechend finden.
Wie lange dauert ein typischer Produktionszyklus von der Briefing-Erstellung bis zum fertigen Asset?
Der Zeitrahmen hängt von der Plattform und der Komplexität ab. Ein Standardprozess – von der Veröffentlichung des Briefings über die Creator-Auswahl und Produktion bis zur Lieferung – kann zwischen 7 und 21 Tagen dauern. Faktoren sind die Verfügbarkeit der Creators, Versandzeiten für Produkte und die vereinbarte Anzahl an Review-Runden. Planen Sie für Kampagnen mit mehreren Creators und einer Review-Schleife daher mindestens drei bis vier Wochen Produktionszeit ein.