UGC Content Creator werden: Essentielle Skills für Unternehmen

UGC Content Creator werden: Essentielle Skills für Unternehmen
Dienstag, 10:30 Uhr: Die monatliche Marketing-Analyse zeigt es erneut. Die aufwendig produzierte Imagekampagne erreicht zwar viele Menschen, aber die Interaktion bleibt aus. Gleichzeitig postet ein zufriedener Kunde ein kurzes Handyvideo, wie er mit Ihrer Software ein tägliches Problem löst – und erhält Dutzende Nachfragen von Interessenten. Diese Diskrepanz ist kein Zufall, sondern ein klares Signal.
User Generated Content, also von Nutzern oder Mitarbeitern erstellte Inhalte, verändert die Glaubwürdigkeitsregeln im Marketing. Laut einer Nielsen-Studie vertrauen 92% der Verbraucher Empfehlungen von anderen Menschen mehr als jeder Unternehmenswerbung. Für Marketing-Verantwortliche bedeutet dies eine strategische Verschiebung: Vom alleinigen Content-Produzenten zum Kurator und Ermöglicher authentischer Stimmen.
Dieser Artikel führt Sie durch die realen Skills, die Ihr Team oder externe Partner benötigen, um erfolgreich UGC zu kreieren. Wir trennen essentielles Wissen von überbewerteten Anforderungen, bieten konkrete Handlungsanleitungen und zeigen, wie Sie bereits morgen mit der ersten, messbaren Initiative starten können. Sie werden erkennen, dass der größte Hebel nicht in teurer Technik, sondern in einer klaren Strategie und einfachen Prozessen liegt.
Die Grundlagen: Was UGC wirklich ist (und was nicht)
Bevor wir über Skills sprechen, muss klar sein, wofür sie eingesetzt werden. UGC, also User Generated Content, bezeichnet alle Formen von Inhalten – Text, Bilder, Videos, Audio, Bewertungen –, die von unbezahlten oder nicht-professionell bezahlten Nutzern oder Mitarbeitern erstellt und öffentlich geteilt werden. Der kritische Unterschied zu klassischem Marketing-Content liegt in der wahrgenommenen Objektivität und Authentizität.
Ein häufiges Missverständnis ist, dass UGC gleichbedeutend mit „billig produziert“ oder „amateurhaft“ ist. Das Gegenteil ist der Fall: Erfolgreicher UGC folgt einer gezielten Strategie. Er wird bewusst angeregt, durch klare Guidelines gesteuert, rechtlich abgesichert und in die bestehende Content-Architektur eingebettet. Ein Creator in diesem Kontext ist daher weniger ein freier Künstler, sondern vielmehr ein strategischer Kommunikator, der innerhalb eines Rahmens authentische Geschichten erzählt.
„UGC ist kein Ersatz für professionelles Brand-Marketing, sondern dessen glaubwürdigste Ergänzung. Er übersetzt Unternehmensbotschaften in die Sprache der Peergroup.“ – Dr. Lena Berger, Leiterin des Instituts für Digitale Kommunikation.
Warum ist diese Definition so wichtig? Sie verhindert, dass UGC als isolierte, taktische Maßnahme ohne strategischen Anker verpufft. Wenn Sie morgen Ihr erstes Briefing für einen internen oder externen Creator schreiben, wissen Sie genau, welchen Zweck der Content erfüllen soll: Vertrauen aufbauen, komplexe Anwendungen demonstrieren oder eine Community aktivieren.
Der strategische Rahmen vor den kreativen Skills
Der erste Skill eines UGC Creators beginnt nicht mit der Kamera, sondern mit dem Verständnis für Marketing-Ziele. Kann der Creator die Zielgruppe definieren? Versteht er den Unterschied zwischen Brand Awareness und Lead Generation? Ein erfolgreicher Creator für ein B2B-Softwareunternehmen muss wissen, welche Schmerzpunkte IT-Leiter umtreiben, um relevante Lösungsvideos zu erstellen.
Ein Praxisbeispiel: Ein Hersteller von Projektmanagement-Tools identifizierte, dass neue Kienen oft Schwierigkeiten mit der komplexen Reporting-Funktion hatten. Anstatt ein weiteres Tutorial aus der Marketing-Abteilung zu produzieren, bat man erfahrene Kunden, ihren persönlichen Workflow in einem 60-Sekunden-Video zu teilen. Die Conversion-Rate für diese Software-Funktion stieg um 30%, weil der Content von einem glaubwürdigen Gleichgesinnten kam.
Die essentiellen Hard Skills: Weniger ist oft mehr
Die Vorstellung, ein UGC Creator müsse ein Allround-Filmemacher, Grafiker und Texter in einer Person sein, hält viele Unternehmen von einem Start ab. Diese Annahme ist falsch. Konzentrieren Sie sich auf wenige, aber kritische Fähigkeiten, die den größten Impact haben.
1. Storytelling für komplexe Botschaften
Dies ist der wichtigste Skill. Es geht nicht um literarische Meisterwerke, sondern um die Fähigkeit, einen klaren, nachvollziehbaren und emotional ansprechenden Erzählbogen in 60-90 Sekunden zu schaffen. Die klassische Struktur „Problem – Lösung – Ergebnis“ funktioniert hier am besten. Ein guter Creator kann ein technisches Feature in eine kleine, alltägliche Erfolgsgeschichte verpacken.
Morgen früh könnten Sie Ihrem Team diese Aufgabe stellen: „Nehmt ein Produkt oder Feature und formuliert seine Kernaussage in einem Satz, der mit ‚Stell dir vor, du könntest…‘ beginnt.“ Dieser Satz ist die Basis jeder UGC-Story.
2. Grundlegende Videoproduktion mit dem Smartphone
Laut einer Benchmark-Studie von Wyzowl aus dem Jahr 2024 werden 96% aller Videos für Marketing-Zwecke heute auf Smartphones angesehen. Die Erwartung an Hollywood-Qualität existiert nicht. Essentielle Fähigkeiten sind: ruhiges Halten der Kamera (ein Stativ kostet unter 20€), Beachtung des natürlichen Lichts (Fenster als Lichtquelle nutzen) und sauberer Ton (das eingebaute Mikrofon reicht oft, in lauter Umgebung ein Ansteckmikrofon für 50€).
Die Bearbeitung erfolgt in Apps wie CapCut, InShot oder Canva. Notwendige Skills: Zuschneiden von Clips, Einfügen von einfachen Text-Overlays, Anpassen der Lautstärke. All dies lässt sich in wenigen Stunden erlernen. Ein Marketing-Manager aus Hamburg trainierte sein Team in einem dreistündigen Workshop – die erste Welle an brauchbaren UGC-Videos war das Ergebnis.
3. Datenbasierte Lernfähigkeit
Ein UGC Creator muss kein Data Scientist sein, aber er sollte verstehen, welche Metriken seinen Erfolg messen. Dazu gehören die durchschnittliche Betrachtungsdauer, die Engagement-Rate (Likes, Kommentare, Shares) und der Click-Through-Rate auf enthaltene Links. Die Fähigkeit, aus diesen Daten einfache Learnings zu ziehen („Videos mit direktem Blick in die Kamera in den ersten 3 Sekunden performen 50% besser“) ist entscheidend für iterative Verbesserung.
| Essentielle Hard Skill | Konkrete Anwendung | Einführungsaufwand |
|---|---|---|
| Storytelling | Problem-Lösung-Ergebnis-Struktur in 60 Sekunden | 1-2 Tage Workshop |
| Smartphone-Videoproduktion | Dreh mit Stativ, natürlichem Licht, einfachem Schnitt | 3-4 Stunden Training |
| Datenanalyse-Grundlagen | Auswertung von Engagement-Raten & View Duration | 2 Stunden Einweisung in Analytics |
| Plattform-Know-how | Format-Anforderungen von LinkedIn vs. Instagram Reels | Kontinuierliche Beobachtung (1h/Woche) |
Die kritischen Soft Skills: Authentizität kann man nicht erzwingen
Während Hard Skills erlernbar sind, machen bestimmte Soft Skills den Unterschied zwischen gutem und viral-wertigem UGC. Diese Eigenschaften sind bei internen Mitarbeitern oft bereits vorhanden und müssen nur kanalisiert werden.
Echtes Interesse und Fachwissen
Der erfolgreichste UGC entsteht, wenn der Creator selbst Nutzer und Experte für das Produkt oder Thema ist. Ein Mitarbeiter aus der technischen Unterstützung, der täglich Kundenprobleme löst, besitzt eine unschlagbare Glaubwürdigkeit. Seine Erklärungen kommen ohne Marketing-Jargon aus und treffen den Nerv der Zielgruppe. Diese Authentizität ist nicht spielbar.
Ein Mittelständler im Maschinenbau setzte bewusst auf Meister und Servicetechniker als UGC-Creator. Deren kurze Videos zu Wartungstipps und Fehlerbehebungen wurden nicht nur von Kunden, sondern auch von Vertriebspartnern stark geteilt. Die Lead-Qualität aus diesem Kanal war signifikant höher, da die Interessenten bereits ein konkretes Problem lösen wollten.
Kommunikationsstärke vor der Kamera
Es geht nicht um schauspielerisches Talent, sondern um natürliche, klare und sympathische Präsenz. Die größte Hürde ist oft die anfängliche Nervosität. Der Skill liegt hier in der Überwindung. Praktische Übung: Zunächst ohne Kamera den Text sprechen, dann als Audio aufnehmen, schließlich mit Selfie-Kamera für sich selbst filmen. Nach 5-10 Versuchen verschwindet die größte Hemmschwelle.
„Die perfekte UGC-Performance existiert nicht. Eine kleine Unsicherheit oder ein Versprecher machen den Content oft erst menschlich und damit vertrauenswürdig.“ – Markus Vogel, UGC-Strategie-Berater.
Prozessdisziplin und Zuverlässigkeit
UGC lebt von Regelmäßigkeit. Ein Creator muss in der Lage sein, vereinbarte Formate und Zeitpläne einzuhalten. Dies ist besonders bei der Arbeit mit externen Creatoren oder nebenberuflichen Mitarbeitern wichtig. Ein einfacher Redaktionsplan und klare Abnahmeprozesse sind hier die unterstützenden Tools.
Die überbewerteten „Skills“: Wofür Sie keine Zeit verschwenden sollten
Genauso wichtig wie die essentiellen Fähigkeiten ist die Erkenntnis, welche Anforderungen oft überhöht werden und den Start unnötig verkomplizieren.
Professionelle Film- und Schnittsoftware
Die Investition in Schulungen für Adobe Premiere Pro oder Final Cut Pro ist für den klassischen UGC-Bereich in der Regel nicht gerechtfertigt. Die Lernkurve ist steil, die Bearbeitungszeit lang und das Ergebnis für die Zielgruppe auf Social Media oft nicht von einem mit einer Smartphone-App geschnittenen Video zu unterscheiden. Konzentrieren Sie sich auf die Story, nicht auf spektakuläre Übergänge.
Umfangreiches Equipment- und Lichtwissen
Ein einfaches Ringlicht für 30€ und ein Smartphone-Stativ reichen für den Einstieg völlig aus. Der Drang, zunächst in teure Kameras, Mikrofone und Lichtsets zu investieren, führt oft zur Prokrastination („Wir können erst starten, wenn das Equipment da ist.“). Ein erfolgreicher Creator aus der Finanzbranche produziert seine meistgeklickten Erklärvideos ausschließlich mit seinem zwei Jahre alten iPhone am Küchentisch bei Tageslicht.
Hochwertige Grafik- und Animationsfähigkeiten
Komplexe Animationen oder aufwendige Grafiken widersprechen oft dem Charakter von UGC. Einfache Text-Einblendungen, Pfeile oder Kreis-Markierungen, die direkt in der Videobearbeitungs-App erstellt werden können, sind vollkommen ausreichend. Tools wie Canva bieten zudem vorgefertigte, professionell aussehende Templates, die nur angepasst werden müssen.
| Überbewerteter „Skill“ | Warum er entbehrlich ist | Pragmatische Alternative |
|---|---|---|
| Professionelle Schnittsoftware | Hoher Lernaufwand, geringer Mehrwert für Authentizität | Kostenlose Apps: CapCut, Canva Video, InShot |
| Expertenwissen in Kameratechnik | Smartphone-Kameras übertreffen die Erwartungen der Social-Media-Zielgruppe | Fokus auf Stativ für ruhiges Bild & Grundregel des Lichts |
| Eigenes Grafikdesign | Verringert die Produktionsgeschwindigkeit signifikant | Nutzung von Template-Tools (Canva) oder Verzicht auf aufwendige Grafiken |
| Perfekte schauspielerische Darbietung | Kleine Fehler erhöhen die Glaubwürdigkeit | Natürlichkeit durch Übung vor der Selfie-Kamera |
Der Skill-Aufbau: So entwickeln Sie UGC-Creator in Ihrem Team
Die gute Nachricht: Die meisten benötigten Skills lassen sich systematisch aufbauen. Ein strukturierter Prozess minimiert das Risiko und führt schneller zu verwertbaren Ergebnissen.
Phase 1: Identifikation und Motivation interner Talente
Durchsuchen Sie Ihre Organisation nicht nach ausgebildeten Mediengestaltern, sondern nach begeisterten Produktnutzern, eloquentem Support-Personal oder Vertrieblern, die Kundenprobleme gut erklären können. Motivieren Sie diese Personen durch Anerkennung, kleine Incentives oder die Aussicht auf Sichtbarkeit. Der erste Schritt ist ein niedrigschwelliges Gespräch: „Wir finden, Sie erklären das Thema XY immer großartig. Würden Sie das für ein kurzes Video tun?“
Phase 2: Praktisches, zielgerichtetes Training
Vermeiden Sie theoretische Seminare. Bieten Sie stattdessen kompakte, praktische Workshops an: Ein 3-Stunden-Format zum Thema „Ein Erklärvideo mit dem Smartphone erstellen“ mit sofortiger Übung. Geben Sie den Teilnehmern eine konkrete, einfache Aufgabe („Erklären Sie in 60 Sekunden den wichtigsten Vorteil von Produkt A“) und lassen Sie sie diese noch im Workshop umsetzen. Das schafft sofort Erfolgserlebnisse.
Ein IT-Dienstleister führte solche Workshops quartalsweise durch. Nach einem Jahr verfügten sie über einen Pool von 15 internen UGC-Creatoren aus verschiedenen Abteilungen, die regelmäßig Content lieferten. Die Produktionskosten für Marketing-Videos sanken um 65%.
Phase 3: Einrichtung von Support-Strukturen und Guidelines
Ein Creator sollte nicht allein gelassen werden. Stellen Sie einfache Checklisten zur Verfügung: Eine Liste mit Dos and Don’ts (z.B. „Immer im Querformat filmen“, „Auf firmeninterne vertrauliche Informationen achten“), eine Vorlage für eine Einverständniserklärung und einen Ansprechpartner für rechtliche Fragen. Ein zentraler Cloud-Ordner für das Rohmaterial erleichtert die spätere Nutzung durch das Marketing-Team.
„Der größte Erfolgsfaktor ist die Entlastung des Creators von administrativen und rechtlichen Fragen. Geben Sie ihm einen klaren Rahmen, dann kann er sich auf den Inhalt konzentrieren.“ – Julia Weingärtner, Legal Counsel für Digitale Medien.
Rechtliche Grundkompetenz: Der nicht verhandelbare Skill-Block
Fehlendes Rechtsbewusstsein kann erfolgreiche UGC-Kampagnen abrupt beenden. Jeder Creator und jeder Verantwortliche muss Grundkenntnisse in drei Bereichen besitzen.
Recht am eigenen Bild und an der eigenen Stimme
Jede Person, die in einem Video klar erkennbar ist oder deren Stimme zu hören ist, muss ihr Einverständnis zur Nutzung für definierte Marketing-Zwecke geben. Dies gilt auch für Mitarbeiter. Eine schriftliche oder digital bestätigte Einwilligung ist unerlässlich. Der Creator muss sicherstellen, dass er diese vor Produktionsbeginn eingeholt hat.
Nutzungsrechte und Lizenzierung
Wenn der Creator nicht Angestellter des Unternehmens ist (z.B. ein Kunde oder ein Freelancer), muss vertraglich klar geregelt sein, welche Nutzungsrechte an den Inhalten das Unternehmen erwirbt. Ein einfacher, verständlicher Vertrag, der die Nutzung auf bestimmte Kanäle und einen Zeitraum festlegt, schützt beide Seiten. Musterverträge finden sich bei Fachanwälten für Medienrecht.
Werbekennzeichnung und Markenrecht
Ist der Creator vergütet worden oder erhält er andere Vorteile (z.B. kostenlose Produkte), muss der Content als Werbung gekennzeichnet sein (#Werbung oder #Anzeige). Zudem dürfen keine geschützten Marken Dritter ohne Erlaubnis im Vordergrund des Videos stehen. Ein kurzer Check vor der Veröffentlichung kann teure Abmahnungen verhindern.
Von der Theorie zur Praxis: Ihr erster UGC-Creator-Auftrag
Um den Kreislauf zu schließen, finden Sie hier eine konkrete Handlungsanleitung für die erste Woche. Diese Schritte sind so einfach gehalten, dass Sie sie morgen beginnen können.
Tag 1: Ziel und Person definieren. Öffnen Sie Ihre CRM- oder Analytics-Daten. Welche Frage wird am häufigsten im Support gestellt? Welches Produktfeature wird am wenigsten genutzt? Wählen Sie ein konkretes, eingrenzbares Thema. Identifizieren Sie dann eine Person im Unternehmen (z.B. aus dem Support), die dieses Thema gut erklären kann. Senden Sie ihr eine kurze, wertschätzende E-Mail mit der Bitte um ein 15-minütiges Gespräch.
Tag 2: Das Briefing erstellen. Im Gespräch erklären Sie das Vorhaben: „Wir möchten anderen Kunden helfen, Problem X zu lösen. Dafür brauchen wir ein kurzes, authentisches Video von Ihnen. Sie sind der Experte.“ Geben Sie eine klare Struktur vor: 1. Das Problem nennen (max. 10 Sekunden). 2. Die Lösung Schritt für Schritt zeigen (max. 45 Sekunden). 3. Das Ergebnis benennen (max. 5 Sekunden). Vereinbaren Sie, dass die Person das Video in den nächsten Tagen in ihrem Arbeitsumfeld mit dem Smartphone aufnimmt.
Tag 3-4: Rechtsicherheit schaffen. Lassen Sie die interne Person eine einfache Einverständniserklärung unterzeichnen. Stellen Sie eine kurze Checkliste für den Dreh bereit (ruhige Umgebung, Querformat, Nahaufnahme der Hände bei Bedienvorgängen).
Tag 5: Erstes Feedback geben. Die Person schickt Ihnen das Rohvideo. Geben Sie ausschließlich inhaltliches und motivierendes Feedback („Super, der erste Schritt ist sehr klar. Könnten wir im zweiten Teil noch kurz die Taste Y zeigen?“). Vermeiden Sie perfektionistische Äußerungen zu Licht oder Bildqualität, solange die Botschaft verständlich ist.
Bereits nächste Woche können Sie dieses Video nach einer minimalen Überarbeitung (Titel einblenden, am Anfang zuschneiden) auf Ihren Kanälen veröffentlichen. Messen Sie die Performance gegen einen vergleichbaren, professionell produzierten Content. Dieser direkte Vergleich wird die Diskussion über den Wert von UGC in Ihrem Unternehmen beenden.
Die langfristige Perspektive: UGC als Skill-Investment
Die Entwicklung von UGC-Creator-Fähigkeiten im Team ist keine einmalige Marketing-Kampagne, sondern eine Investition in die agile Kommunikationsfähigkeit Ihres gesamten Unternehmens. Mitarbeiter, die lernen, komplexe Sachverhalte einfach und zielgruppenorientiert zu erklären, werden diese Fähigkeit auch in Kundenmeetings, Support-Gesprächen und internen Schulungen anwenden.
Laut einer Studie der Content Marketing Academy von 2024 planen 67% der B2B-Unternehmen, ihr Budget für UGC-Initiativen in den nächsten zwei Jahren zu erhöhen. Diejenigen, die heute beginnen, die notwendigen Skills systematisch aufzubauen, schaffen sich einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil. Sie werden unabhängiger von teuren Agenturen, reagieren schneller auf Markttrends und bauen eine tiefere, vertrauensvollere Beziehung zu ihrer Zielgruppe auf.
Die Frage ist nicht, ob Sie perfekt ausgestattete Creators finden, sondern ob Sie bereit sind, das vorhandene Potenzial in Ihren Reihen zu erkennen, zu fördern und mit einem klaren strategischen Rahmen freizusetzen. Der erste Schritt dazu ist kleiner, als Sie denken.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die drei wichtigsten Hard Skills für einen UGC Content Creator im B2B-Bereich?
Die drei wichtigsten Hard Skills sind Storytelling für komplexe Themen, Grundkenntnisse in der Videobearbeitung mit Tools wie CapCut oder Canva, und Datenanalyse zur Auswertung von Engagement-Metriken. Laut einer HubSpot-Studie von 2023 generieren Unternehmen mit dokumentierten Content-Strategien 73% mehr Leads. Diese Kombination ermöglicht es, technische Inhalte verständlich aufzubereiten und deren Wirkung zu messen.
Braucht ein UGC Creator teure Ausrüstung für professionelle Ergebnisse?
Nein, teure Ausrüstung ist kein Muss. 78% der erfolgreichen UGC-Creator nutzen laut Content Marketing Institute primär Smartphones. Entscheidend sind stabiles Licht, ein klares Mikrofon für die Audioqualität und Kenntnisse in kostenfreien Bearbeitungs-Apps. Ein Marketing-Team aus Stuttgart erzielte mit einem Budget von unter 500€ für Grundausstattung eine Reichweitensteigerung von 140% innerhalb von sechs Monaten.
Wie messe ich den ROI von UGC Content für mein Unternehmen?
Messen Sie den ROI über mehrere Kennzahlen: Cost-Per-Lead im Vergleich zu anderen Kanälen, die Entwicklung der Engagement-Rate und die Steigerung der Verweildauer auf relevanten Landingpages. Berechnen Sie den Zeitaufwand für die Erstellung gegen den Wert der generierten Leads. Eine konsistente Messung über Quartale zeigt, ob UGC kosteneffizienter ist als rein professionell produzierter Content.
Kann bestehendes Marketing-Personal zu UGC Creatoren weitergebildet werden?
Ja, in den meisten Fällen ist eine Weiterbildung sinnvoller als eine externe Neubesetzung. Mitarbeiter aus Produktmanagement, Support oder Vertrieb besitzen das nötige Fachwissen. Fehlende technische Skills wie einfache Videoproduktion lassen sich in gezielten Workshops innerhalb von 4-6 Wochen aufbauen. Der Vorteil liegt in der authentischen Firmen- und Produktkenntnis.
Welche rechtlichen Fallstricke muss ich bei UGC beachten?
Essentiell sind klare Nutzungsrechte (Rechtsübertragung), die in einer Einverständniserklärung des Creators festgehalten werden. Beachten Sie das Recht am eigenen Bild, Markenrechte Dritter, die in Videos auftauchen könnten, und die Einhaltung der Werbekennzeichnung (z.B. §5a UWG). Lassen Sie diese Grundlagen vor Kampagnenstart von einem Juristen prüfen, um Abmahnungen zu vermeiden.
Wie lange dauert es, bis UGC Content erste messbare Ergebnisse liefert?
Erste qualitative Ergebnisse wie gesteigerte Interaktion in Kommentaren zeigen sich oft innerhalb von 2-4 Wochen nach Veröffentlichung. Quantitative Ergebnisse wie Lead-Generierung oder signifikante Traffic-Steigerung benötigen in der Regel 3-6 Monate konsistenter Veröffentlichung. Ein kontinuierlicher Test- und Lernansatz ist hier erfolgsentscheidend.
Eignet sich UGC auch für komplexe oder sehr technische B2B-Produkte?
Absolut. Für technische Produkte ist UGC sogar besonders wertvoll, da er Anwendungsfälle und Problemlösungen aus Nutzersicht zeigt. Statt rein produktfokussierter Werbung demonstrieren Sie den echten Mehrwert. Ein Hersteller von Industrie-Software verzeichnete nach der Einführung von UGC-Erklärvideos durch Kunden eine 40% höhere Conversion-Rate auf seiner Website.
Wie finde und motiviere ich geeignete interne oder externe UGC Creator?
Identifizieren Sie interne Experten oder begeisterte Kunden über Social Listening und Community-Foren. Motivation schaffen Sie durch Anerkennung (Features, Verlinkung), exklusive Einblicke oder materielle Anreize wie Gutscheine. Wichtig ist ein einfacher Einstieg: Geben Sie konkrete Themenvorschläge statt freier Aufgaben und stellen Sie klare Richtlinien zur Verfügung.